Es vergeht eigentlich kein Training, kein Workshop und keine Coaching-Sitzung, in der nicht darüber geschimpft wird.

Für alles, was nicht funktioniert wird es verantwortlich gemacht. Bei jeder wichtigen Tätigkeit, die man erledigen wollte, und die am Ende des Tages oder der Woche doch nicht abgehakt wurde, schiebt man ihm die Schuld zu.

Auch, wenn man Abgabe- oder Liefertermine nicht einhalten konnte, zeigt man mit dem Finger darauf und bekommt sogar in der Regel ein verständnisvolles Nicken des Gegenübers. Denn der weiß ganz genau, wie es ist, wenn man wichtige Themen zu bearbeiten hat, diese aber aufgrund des Übeltäters, von dem hier die Rede ist, nicht umgesetzt bekommt.

Es ist eben der ideale Sündenbock, dem wir für alles die Schuld zuschieben können, was wir verbockt haben.

Dabei verdankt man ihm doch so viel. Ohne es, ist ein florierenden Geschäft eigentlich gar nicht möglich. Ohne es, gibt es keine Umsätze, keine Gewinne und kein Mitarbeiter hätte überhaupt eine Daseinsberechtigung.

Man bräuchte nichts zu produzieren, keine Dienstleistung zu erbringen und keine Serviceleistungen zu erledigen. Alles wäre zwar schön ruhig und entspannt aber eben auch ohne jeglichen Sinn.

Es ist eben Segen und Fluch zugleich. Das Tagesgeschäft.

Das Tagesgeschäft ist letztendlich der Beweis, dass wir überhaupt etwas sinnvolles leisten, wofür andere Menschen oder Unternehmen bereit sind, Geld zu zahlen. Unser eigentliches Geschäft und somit etwas sehr wertvolles.

Viele Arbeitsplätze, Unternehmen, Organisationen und Geschäftsideen hätten ihre Grundlage verloren und würden demzufolge nicht existieren. Das lassen wir völlig außen vor, wenn wir voller Frust und Groll unserem Ärger ungebremst Luft machen. Das Tagesgeschäft ist einfach die alltägliche oder gewöhnliche (operationelle) Tätigkeit einer Person oder Organisation, wie Wikipedia so treffend formuliert.

Dabei sind das ständige Schimpfen, Zetern und Zuschieben von Schuld, bei genauer Betrachtung, nichts weiter als sehr durchschaubare aber allseits akzeptiere Ablenkungsmanöver und das Vertuschen der eigenen Unfähigkeit.

Der Unfähigkeit nämlich, die eigene Arbeit und das jeweilige Aufgabengebiet so zu organisieren, dass man die operativen Tätigkeiten halbwegs zeitnah, ordentlich und ohne größere Fehler und Zeitverzug erledigt bekommt.

Wer ständig Termine und Zusagen nicht einhält, übermäßig viele und möglicherweise schwerwiegende Fehler produziert oder fortlaufend operative hektisch aber permanent unproduktiv arbeitet, der sollte nicht dem Tagesgeschäft die Schuld geben, sondern vorrangig seine eigene Arbeitsweise überdenken.

Die Ursache liegt meist in drei vier grundsätzlichen Fehlern verborgen.

Zum einen fehlt es häufig an klar formulierten und messbaren Zielen für die jeweilige Position, wodurch dann eben viel wertvolle Zeit für scheinbar wichtige aber nicht zielführende Tätigkeiten verschwendet wird. Man produziert einfach bewusst oder unbewusst jede Menge Blindleistung. Das ist Ärgerlich aber allgemein akzeptiert.

Ein weiterer Grund für die oftmals unproduktive Arbeitsweise vieler Fach- und Führungskräfte, liegt in dem immer noch, aus meiner Sicht zu Unrecht, so positiv besetzten Multitasking. Möglichst viele Dinge gleichzeitig tun, auf jede Störung und Unterbrechung sofort reagieren und immer noch souverän und lächelnd einen tollen Job machen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen und führt letztendlich zu Verzettelung und Burnout.

Besser wäre es, zu arbeiten wie beim Klöße essen. Immer einen nach dem anderen.

Ich möchte Sie ermutigen, in Zukunft nicht mehr das angeblich so böse Tagesgeschäft für jede verpasste Deadline und für jede nicht eingehaltene Zusage verantwortlich zu machen, sondern Ihre Art zu arbeiten grundlegend zu überdenken. Das erhöht Ihre Produktivität und bringt Sie wirklich voran.

Weitere Tipps und praktische Vorschläge für eine effektive und effiziente Arbeit, nicht nur im Vertrieb, erhalten Sie unter anderem in meinem aktuellen Buch „Mach endlich Deinen Job“, welches Sie im Fachhandel bestellen können.

Vielleicht müssen Sie dann zukünftig nicht mehr ständig über das arme, unschuldige Tagesgeschäft schimpfen;-) Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Ihr Feedback.

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Holger Steitz ist Berater, Trainer, Coach und Autor für Vertrieb, Social-Selling, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT. Er trainiert und coacht Führungskräfte und Mitarbeiter im Vertrieb und unterstützt mit seiner SALE DIRECT GmbH B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen.

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